Lego-Experimente

Das 1.Modell, Antriebstechnik Kunterbunt Das 1.Modell, Antriebstechnik Kunterbunt

Das 1.Experiment auf dem fertigen Holzkasten war erfolgreich. Vier Übersetzungen (a-d) sorgen dafür, daß das obere Rad (3) so langsam dreht, das man es mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann.

Rad (1) dreht mit der Geschwindigkeit des Motors. Dann kommt eine 1:40 Übersetzung von der Schnecke zum 40er-Zahnrad (a) und eine 12:20 Übersetzung von zwei Zahnrädern über Eck (b). Somit dreht Rad (2) 66,66x langsamer als Rad (1). Dann kommt wieder eine Übersetzung Schnecke/Zahnrad 1:24 (c) in einem bereits vorgefertigtem Lego-Modul und zu guter Letzt noch eine Schnecke/Zahnrad-Übersetzung 1:40 (d). Rad (3) ist demnach 960x langsamer als Rad (2) bzw. 64.000x langsamer als Rad (1).

Schräger 45° Grad Baustein Schräger 45° Grad Baustein

Etwas was mich beim Aufbau ein bischen gestört hat war, das man manchmal Bausteine benötigt, die vertikal anstatt waagerecht sind oder eben 45° Grad schräg.

In diesem Fall habe ich vorsichtig über einer Kerze einen grauen 1/3 Baustein (10x2 Noppen) in der Mitte so warm gemacht, das man ihn gut verbiegen konnte. Dann noch etwas nachfeilen bis er wieder perfekt sitzt.
Ich vermute mal das es sich nicht lohnt solche Bausteine in Masse herzustellen, weil wohl die Nachfrage zu gering ist.

Lego-Alien trinkt ein Bier nach erfolgreichem Aufbau Lego-Alien trinkt ein Bier nach erfolgreichem Aufbau

Die Batterie-Spannungsmessung hat ergeben, das die Spannung von 9,65V auf 9,05V absackt, wenn der Motor läuft und dabei 200mA verbraucht.
(Im Leerlauf 110mA)

Das bedeutet, das die gewählten Batterien nicht für hohe Ströme geeignet sind. Doch für solch einfache Versuchsaufbauten, wo nur ein Motor läuft, ist es schon okay.

Jetzt wo alles erfolgreich aufgebaut und getestet wurde, erst einmal in Ruhe ein Bier trinken.

Kondensatorbefestigung zur Millisekunden-Überbrückung Kondensatorbefestigung zur Millisekunden-Überbrückung

Unterbrechungsfreie Stromversorgung

 

Die Ansprech- bzw. Rückfallzeit des Relais liegt zwar nur bei wenige Millisekunden, doch während dieser Zeit ist die Stromversorgung unterbrochen. Um die Zeit zu überbrücken, wenn gewünscht, habe ich eine Lüsterklemme angeschraubt die parallel zur Ausgangsspannung liegt und in der man bei Bedarf einen Kondensator befestigen könnte.
Ein Test mit Motor hat allerdings ergeben, das die Unterbrechung beim Umschalten nicht auffällt.

9V-Ausgang und Strommessungs-Ausgang 9V-Ausgang und Strommessungs-Ausgang

Der Ausgang ist so geschaltet, das man einmal die 9V abgreifen kann (links+mitte) und einmal den Spannungsabfall am Shunt (mitte+rechts). Beim 10mΩ Shunt fallen 10mV pro Ampere ab.

Beim ersten Test kam allerdings heraus, das ohne Last die sechs Batterien eine Gesamtspannung von 9,78V haben und das Schaltnetzteil eine Spannung von 9,12V. Beim Hin- und Herschalten zwischen Batterien und Netzteil tritt also eine Differenz von 0,66V auf. Ist halt so.

Mit Last ist die Differenz geringer weil die Batteriespannung stärker absackt, als die Netzteil-Spannung.

Nun wo alles fertiggebaut ist, können die Lego-Experimente beginnen.

Fertiggestellter Holzkasten mit Lego-Grundplatte auf dem Deckel Fertiggestellter Holzkasten mit Lego-Grundplatte auf dem Deckel
Steuer-Platine für die Stromversorgung Steuer-Platine für die Stromversorgung

Die Elektrik

 

Auf dieser kleinen Platine ist die gesamte Steuerung aufgelötet.

Das Finder-Relais ist auswechselbar. Gemäß Datenblatt liegt die elektrische Lebensdauer bei 100.000 Schaltspiele und die mechanische Lebensdauer bei mindestens 10.000.000 Schaltspiele. Somit wird das Relais voraussichtlich niemals ausgewechselt.

Die Platine wiegt mit ihren Bauteilen und Kabeln insgesamt 53g.

Großansicht der 9x4 cm Platine Großansicht der 9x4 cm Platine

Die Schaltung ist so, das nie eine Verbindung zwischen dem Netzteil und den Batterien entstehen kann. Selbst dann nicht, wenn irgendein Teil kaputtgehen sollte.

Per Steckverbindung (1) wird die 230V-Netzspannung angeschlossen und bei (2) kann man die 230V fürs Netzteil entnehmen. Am 9V-Clip (3) kommt der Batteriekasten und bei (4) kommen die 9V vom Netzteil ran. Bei (5) kann man den Spannungsabfall vom 10mΩ Shunt abgreifen und bei (6) ist der 9V-Ausgang für den Verbraucher.

Nach diesem Grundschema ist die 9V-Lego-Stromversorgung aufgebaut Nach diesem Grundschema ist die 9V-Lego-Stromversorgung aufgebaut
9V/3A-Schaltnetzteil und 6 Baby-Batterien 9V/3A-Schaltnetzteil und 6 Baby-Batterien

Die Stromversorgung

 

Im Kasten wird ein Schaltnetzteil verbaut (auf 9V eingestellt) und eine Batteriehalterung für 6xBaby-Größe.

 

Jetzt geht es nur noch darum, all die in der letzten Zeit erworbenen Teile zusammenzubauen. Somit heute noch in den Baumarkt und ein paar Schrauben besorgen.

 

Batterie: Varta Longlife Extra

  Kapazität Volumen Gewicht
Mignon 2,6 Ah 7,7 ccm 23g
Baby 7,8 Ah 26,5 ccm 69g
Mono 16,5 Ah 51,3 ccm 141g

Die Wahl welche Batterien ich verwende, ob Mignon, Baby oder Mono war schnell getroffen. Mignon war mir zu klein, Mono zu groß (siehe Halterung auf dem Bild), also Baby als gutes Mittelmaß. Wenn ich jedoch bedenke, das ein 6er-Pack Baby genauso wie ein 6er-Pack Mono je 9,99 Euro kostet, hätte man von Mono mehr Leistung. Wer weiß, vielleicht, wenn die Babys alle sind, kann ich ja immer noch den Baby-Kasten durch den Mono-Kasten austauschen.

Der stabile Holzkasten

 

Aus einem Regalbrett wurden nun alle Teile für den Holzkasten zugesägt. Die Bodenplatte muß jetzt nur noch mit den Seitenwänden verschraubt und verleimt werden, während die obere Holzplatte mit der Lego-Grundplatte verschraubt wird.

Bauteile für den Holzkasten aus 16 mm Spanplatte Bauteile für den Holzkasten aus 16 mm Spanplatte

Damit der Netzanschluß nicht aus zu vielen Einzelteilen besteht, habe ich mich für eine Kombination entschlossen. Das Kombielement FN 284-6-06 von Schaffner ist dafür hervorragend geeignet.

Netzanschluß + Hauptschalter, zweipolig + Feinsicherungen, beidpolig + Netzfilter (alles in einem Gehäuse) Netzanschluß + Hauptschalter, zweipolig + Feinsicherungen, beidpolig + Netzfilter (alles in einem Gehäuse)

Das Schaltnetzteil 9V/3A und die Batteriehalterung für 6x1,5V Baby-Batterien kommen dann später in den Kasten. Wenn das Gerät eingeschaltet ist, schaltet ein Relais (2xWechselschalter) dann die Batteriespannung weg und der Strom kommt vom Schaltnetzteil. Wenn es ausgeschaltet wird, fällt das Relais ab und der Strom kommt dann wieder von den Batterien. Gewissermaßen ist das sowas wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Außerdem, warum sollte man zuhause unnötig Batterien verbrauchen, wenn man einen Netzanschluß hat?

Lego-Versuchsaufbau 'Kranspule' Lego-Versuchsaufbau 'Kranspule'

Versuchsaufbau

 

Inzwischen sind die bestellten Teile von ebay angekommen. Um spezielle Bauteile so wie weitere Technicteile zu bekommen habe ich mir noch Lego 7929 (Star Wars The Battle of Naboo) und Lego 8067 (mobiler Mini-Kran) zugelegt und eine zweite Grundplatte (620, blau).

 

Ein Problem mit Lego ist, finde ich, das es viele kleine Bauteile gibt, mit denen ich noch nicht so richtig etwas anfangen kann. Also erst einmal drauflos bauen.

Vom Lego-Motor bis hin zur Kranspule Vom Lego-Motor bis hin zur Kranspule

In diesem Versuch habe ich getestet, inwiefern Zahnräder, Getriebe-schnecke und Kardanwellen zusammenpassen.

 

Zum Glück gibt es auch Legobausteine die nur 1/3 an Bauhöhe haben, so das man leichte Höhenunterschiede gut ausgleichen kann. Bei diesem Versuch wird die Umdrehungsgeschwindigkeit immer langsamer.

 

Logisch: Je langsamer die übersetzte Geschwindigkeit um so kräftiger die Kranspule.

Lego-Zahnräder, Getriebeschnecke und Kardanwelle Lego-Zahnräder, Getriebeschnecke und Kardanwelle

Damit Zahnrad oder Schnecke auf der Welle nicht verrutschen, gibt es die sogenannten 'Stopper'.

 

Das große weise Zahnrad verfügt innerlich über eine Rutsch-Kupplung. Das hat den Vorteil, das bei einer zu groß wirkenden Kraft nicht die Welle oder die Zahnräder kaputtgehen, sondern das Zahnrad innerlich 'rutscht'. Tolle Idee.

 

Mit der Kardanwelle kann man gut gewissermaßen starre Wellen um Ecken legen.

Wozu das alles? Ich habe lange überlegt, doch so etwas richtig sinnvolles, das im Alltag gut zu gebrauchen ist, kann man mit Lego gar nicht aufbauen. Viele nützliche Gegenstände kann man mit Holz, Leim und Schrauben besser umsetzen. Für einen schnellen Versuchsaufbau ist Lego jedoch bestens geeignet oder eben für Kinder, damit sie lernen kreativ zu denken, evtl. noch die Übersetzungsverhältnisse von den Zahnrädern und der Getriebewelle berechnen können oder einfach nur ein besseres Verständnis darüber erhalten, wie unterschiedliche Bauteile optimal zusammenwirken.

 

Bevor ich mit meinem eigentlichen Experiment anfange, muß erst einmal ein stabiler Holzkasten mit einer Holz-Grundplatte gebaut werden, auf der dann die Lego-Grundplatte geschraubt wird. In dem Kasten kommt dann die Elektrik rein, für die Lego nicht ausgelegt ist.

Der Anfang

 

Am 10.Sept. '11 habe ich damit angefangen, mir ein paar Lego-Bausteine zuzulegen. Als erstes, um einen Anfang zu haben, ein paar Grundbausteine. Lego 6166, große Steinebox (405 Teile) und Lego 6177 mit weiteren Grundbausteinen (650 Teile), zudem die 25x25 cm grüne Grundplatte 626. Zwei Wochen später sind dann nochmal Lego 8293 (Power Functions Tuning-Set), Lego 6117 (Türen und Fenster) und Lego 6118 (Räder und Achsen) hinzugekommen. Mit diesen Sortimenten kann man schon einiges spielerisch zusammenstecken.

 

Zudem habe ich festgestellt, das man mit Lego schnell und einfach kleine Experimente aufbauen kann, gerade wenn man Lego 8293 besitzt und sich über ebay noch einige Lego Technic Kreuzachsen und Zahnräder zulegen tut. Das was mir persönlich nicht so gefiel, war die Battery Box 8881 für 6x1,5V AA Batterien. Als Elektriker halte ich nicht viel von Batterien, doch da Lego 8293 für 9-16 Jährige vorgesehen ist, geht das wohl in Ordnung. Auf jeden Fall hatte ich vor die Batteriebox so umzubauen, das sie mit einem externen 9V-Netzteil betrieben werden kann. Dabei ist die Box leider kaputtgegangen. Ohne das entsprechende Spezialwerkzeug ist es ziemlich schwierig die Lego-Teile umzubauen.

Lego-Stromversorgung per 9V-Netzteil Lego-Stromversorgung per 9V-Netzteil

Also habe ich den Switch 8869 (Umschalter) mittig getrennt und ihn über eine kleine Platine mit dem 9V-Netzteil (1A) verlötet, sozusagen als vorläufige Notlösung, damit die Lego Technic Teile erst einmal funktionieren. Dabei habe ich dann auch gleich, um den Stromverbrauch zu messen, einen kleinen 10mΩ Widerstand (1%) in Reihe geschaltet, an dem dann pro 100mA Stromverbrauch 1mV an Spannung abfällt. Damit man das Ganze auch mit den anderen Lego-Bausteinen verbauen kann, ist die kleine Platine mit einem 8x2 Noppen-Baustein verschraubt, der wiederum mit zwei kleinen 2x2 Noppen-Bausteinen verklebt ist, die sozusagen als Füße dienen.

10mΩ Shunt und geteilter Switch auf Lego-Baustein befestigt 10mΩ Shunt und geteilter Switch auf Lego-Baustein befestigt

Das mit dem verkleben ist auch so eine Sache. Der Sekundenkleber kann kein PE oder PP kleben. Doch aus was für einem Material bestehen Lego-Bausteine? Gemäß Wikipedia: "Seit 1963 werden Legosteine aus dem Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) hergestellt." Wieder etwas dazugelernt. Auch ja, wie reinigt man eigentlich Lego-Bausteine? In einem Wäschenetz in der Waschmaschine bei 40 Grad und ohne Waschmittel und ohne Schleudern. Kleinstteile oder Plastikscheiben u.s.w. per Handwäsche. Von Geschirrspülern wird abgeraten, weil die zu heiß reinigen. Das ergaben einige Nachforschungen im Internet für deren Richtigkeit ich natürlich keine Garantie übernehme.